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Auf den Spuren des Giro d'Italia

RSCler sammeln Höhenmeter in den Dolomiten

 Valparola, Falzarego, Campolongo... Welcher Radsportler wird bei diesen klangvollen Namen nicht sofort an steile Auffahrten und rasante Abfahrten in der Bilderbuchlandschaft der Dolomiten denken?  Anfang September starteten sieben Radsportler des RSC Grünberg in Richtung Südtirol, um genau diese und noch mehr berühmte Alpenpässe mit dem Rennrad zu erklimmen.

Auf dem Stilfser Joch

 Nachdem eine Gruppe des RSC Grünberg schon in 2014 in den Alpen unterwegs war, wurde der Wunsch nach einer erneuten Tour in den Alpen laut. So machten sich Christoph Merkelbach, André Möstl, Werner Möstl, Ronald Müller, Karl-Heinz Schäfer, Frank Dapper und Friedhelm Görge auf die Jagd nach den Höhenmetern.

 Christoph Merkelbach und Friedhelm Görge hatten sich um die Planung der Unterkünfte und Touren gekümmert. Quartier wurde zunächst in St. Kassian im ladinischen Alta Badia bezogen. Dort präsentierte sich das Hotel "La Fradora" mit sehr guter Ausstattung, ausgezeichnetem Service und toller Küche als hervorragender Ausgangspunkt für die Fahrten in der Region.

 Bei bestem Wetter konnten dann in vier aufeinander-folgenden Tagen die geplanten Dolomitentouren in Angriff genommen werden bevor die Gruppe ins Vinschgau weiterreiste, um dort weitere Höhenmeter zu sammeln .

 Die Einstiegstour sollte über knapp 100 Kilometer nach Norden über den Furkelpass in Richtung Bruneck im Pustertal führen. Obwohl die Passhöhe nur 1789 Meter beträgt, stellte sich die Passstraße von Südwesten den Radlern mit einer ruppigen Steigung, die über lange Strecken 12 - 15% beträgt, entgegen. So wurde aus einem erwarteten lockeren Einrollen ein erster Härtetest. Der Vorteil dieses eher unbekannten Passes ist die deutlich geringere Verkehrsdichte im Vergleich zu den klassischen Dolomitenpässen, besonders an Wochenenden.

 In den folgenden Tagen führten die Touren in die Region der für die Dolomiten so typischen gewaltigen Felsmassive aus Kalkstein und Dolomit. 

 

  Außer dem Campolongo-Pass, der mit 1875 Metern oft als Einstieg in die Sellarunde genutzt wird, übersteigen alle anderen gefahrenen Pässe in diesem Gebiet die Marke von 2000 Metern. 

 Dabei blieb es nicht aus, verschiedene Pässe mehrmals zu bewältigen, was durchaus seinen Reiz hat. Denn fast alle Pässe belohnen bei Anfahrt aus unterschiedlichen Richtungen auch mit völlig neuen Eindrücken.

 So wurden der Passo Campolongo zweimal, der Passo di Valparola (2192 m) und der Passo di Falzarego (2105 m) sogar dreimal überquert. Die klassische Sellarunde mit Passo di Campolongo (1875 m ), Passo di Pordoi (2239 m), Sellajoch (2244 m) und Grödner Joch (2121 m) durfte im Tourenprogramm nicht fehlen und belohnte die Sportler mit tollen Ausblicken.

Dolomiten

 Nach Meinung der Teilnehmer war der etwas abgelegene Passo di Giau (2233 m) allerdings der optische Höhepunkt der Dolomitenpässe mit einem unvergleichlichen Panoramarundblick von der Passhöhe. Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass er auch von allen gefahrenen Dolomitenpässen der anspruchsvollste ist, da er die Fahrer mit langen und unrhythmischen, steilen Anstiegen fordert.

 Nach der Jagd über die Pässe der Dolomiten erfolgte ein Ortswechsel in das Vinschgau, um am Fuß der Ortlergruppe im mittelalterlichen Ort Glurns für zwei weitere Tage Station zu machen. Von dort aus ist der berühmte Pass über das Stilfser Joch nicht weit. Unterkunft bot der urige Gasthof "Zur Post" im historischen Ortskern dieser kleinen Gemeinde.

 Wegen des dichten Urlaubsverkehr dauerte die Anfahrt länger, als erwartet. Deshalb teilte sich die Gruppe und fuhr verschiedene Strecken. Zwei Teilnehmer nahmen schon am ersten Tag das Stilfser Joch mit der Anfahrt aus dem schweizerischen Münstertal und über den Umbrailpass in Angriff.


 

 Am kommenden Tag fuhren dann alle gemeinsam die klassische Anfahrt über den Ort Prad, von wo die Straße über 24 Kilometern und 48 spektakuläre Kehren auf die Passhöhe von 2.758 m ansteigt. Dabei ist ein Höhenunterschied von 1.800 m mit bis zu 15% Steigung zu bewältigen. 

 Es war schon ein besonderes Gefühl, den dritthöchsten zu befahrenden Pass der Alpen mit dem Rennrad zu bezwingen und für einige Teilnehmer eine besondere Genugtuung, dies zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren zu tun.

 Der nur wenige Kilometer entfernte Umbrailpass mit einer Passhöhe von 2503 Metern wurde bei der Abfahrt in das Münstertal überquert und drei der Sportler erklommen im Anschluss nach einer kurzen Kaffeepause vom schweizerischen Santa Maria aus noch den Ofenpass (2145 m) in Graubünden, dessen Anstieg nochmals über 700 Höhenmeter in die Gesamtstatistik einfließen ließ. Den letzten Streckenteil vom Ofenpass mit einer Bergabfahrt von fast 30 Kilometern zurück nach Glurns wurde von den Sportlern dann entspannt genossen.

 Insgesamt konnten die Teilnehmer 11 Pässe mit insgesamt bis zu 18 Passüberquerungen ihrer persönlichen Pässe-Statistik hinzufügen und sammelten dabei ca. 11.000 anspruchsvolle Höhenmeter.

 Ein großes Abenteuer, für das man etwas Trainings-Vorbereitung benötigt, das aber mit seinen Eindrücken und überwältigenden Landschaften entschädigt und lange in Erinnerung bleiben wird. Der positive Rückblick wurde natürlich auch dadurch bestimmt, dass die Gruppe durchgängig schönes Wetter hatte, keine einzige Panne zu vermerken war und ein Sturz am ersten Tag vergleichsweise glimpflich ausging.

 Dass ein solcher Ausflug keine reine Männersache sein muss, zeigte sich darin, dass die Sportler von ihren Ehefrauen und zwei Hunden begleitet wurden. So gab es auch ein kleines "Damenprogramm" mit Bergwanderungen und Besichtigungs- und natürlich Einkaufstouren. Am letzten gemeinsamen Abend konnten Alle bei herzhafter vinschgauer Küche nochmals die Eindrücke Revue passieren lassen und sich über neue Tourenpläne austauschen.

 Wer mehr über die Tour erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, die Teilnehmer anzusprechen.

Auffahrt zum Pordoi
 
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